Katakomben: Zufluchtsorte verfolgter Christen

Während der systematischen Christenverfolgung im 3. und 4. Jhd. flüchteten viele Christen in die Emigration, meldeten sich zum Militärdienst oder tauchten für kürzere oder längere Zeit in den Katakomben Roms unter.

Der Name „Katakomben“ leitet sich ab vom Lateinischen „ad catacumbas“ („bei einer Senkung“). Gemeint ist die „Via Appia“, die berühmte Ausfahrts-Straße im Süden Roms, wo sich die Begräbnisstätten vornehmer Römer befanden. Die weniger begüterten Römer bestatteten ihre Toten hier unterirdisch in Gräber, die in den weichen Tuffstein gehauen wurden. Insgesamt 150 km lang sind die unterirdischen Friedhofs-Gänge, die Katakombengänge Roms. Vier bis fünf Gräber übereinander werden durchschnittlich in die Wände rechts und links der Katakombengänge geschlagen. Das römische Recht gewährt „Asyl“ für diese unterirdischen Friedhöfe. Wer dorthin flüchten kann, ist sicher vor Verfolgung. Einzel- und Familiengrabkammern wechseln ab mit Licht- und Luftschächten in den langen Gängen. Sogar Versammlungsräume sind hier und da zu finden, wo die Christen Gottesdienst feiern. Die Gräber sind bemalt – wie auch die Wände der Gänge – mit Motiven des neuen Glaubens: JESUS, der Gute Hirte, ist das Hauptmotiv. Daneben finden wir die Taube als Zeichen für den HEILIGEN GEIST und den Fisch mit den griechischen Anfangsbuchstaben für JESUS CHRISTUS SOHN GOTTES ERLÖSER.

Damals wie heute?

Die katholische Untergrundkirche Chinas heute hat mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie die ersten Christen im heidnischen Römischen Reich in den ersten drei Jahrhunderten. Damals wie heute lehnten es Christen ab, den Kaiser oder die Regierung an die Stelle GOTTES zu setzen und anzubeten. Im alten Rom verweigerten Christen das Streuen von Weihrauchkörnern vor den Statuen des Kaisers, der sich als „Gott“ verehren ließ, denn der Christen-GOTT läßt keine anderen Götter neben sich zu (1. Gebot). Systematische staatliche Verfolgung mit Bücherverbrennung, Gottesdienstverbot, Kirchen- und Friedhofszerstörungen und aktivem Aufspüren von Priestern und Gläubigen fallen in die Zeit von Kaiser Decius (249-251) und Diokletian (284-305). – 2018 treten neue „Vorschriften für religiöse Angelegenheiten“ in China in Kraft: „Der Staat leitet die Religionen aktiv dazu an, sich an die sozialistische Gesellschaft anzupassen.“ Und verschärfend: „Religiöse Angelegenheiten dürfen nicht unter der Kontrolle ausländischer Kräfte stehen.“ Damit ist jeder praktizierende Christ der Willkür der atheistischen (gottlosen) Regierung ausgesetzt. Etwa 30 Bischöfe gehören der Untergrund-Kirche an, die täglich das Heilige Meßopfer unter Lebensgefahr im Sinne der Tradition feiert. „Seid zum Martyrium, zum Blutzeugnis, bereit, wenn ihr hierher kommt“, sagen die Priester den Christen. Heute wie damals ist die Kirche auf das Blut der Martyrer gebaut. Aber: „Wer standhält bis zum Ende, dem werde ICH die Krone des Lebens geben“ (Apk 2,9).

Der Mut zum Blutzeugnis

Woher nehmen die Christen die Kraft, der Regierung zu antworten: „Ich bin Christ!“, obwohl es das Todesurteil bedeutet?

CHRISTUS ist die Kraft. Wer glaubt und liebt, und bereit ist, Zeugnis abzulegen, daß JESUS CHRISTUS der SOHN GOTTES ist, dem wird in der Stunde der Prüfung vom HEILIGEN GEIST die Kraft und der Mut GOTTES eingegeben (Mt 10,16-23).

Unüberwindlich ist diese Kraft, wie die Jahrhunderte beweisen, damals wie heute. „Geheimnis des Glaubens“, nennt es der Priester im Hochgebet. Nur wer sich ganz GOTT anvertraut, wird Seine rettende Kraft erfahren. Und nach dem irdischen Tod wird er zusammen mit CHRISTUS auferstehen von den Toten. Jedem, der für CHRISTUS stirbt, verheißt ER die Krone des Lebens.    
Sr. Maria Anja

 

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